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Podiumsdiskussion zur öffentlichen Beschäftigung
"Arbeit ohne Wert"

Arbeit ohne Wert Fragezeichen

 

 

Im Podium, moderiert von Sozialstadtrat Knut Mildner-Spindler/ Die LINKE war man sich einig: Die Arbeit in sogenannter öffentlicher Beschäftigung (ÖBS) ist und bleibt von Wert und zwar für jene, die vordem langzeitarbeitslos waren und tatsächlich ohne Chance auf reguläre Anstellung dort ihren arbeitsweltlichen Anschluss erlebten, genauso wie für das kommunale Leben mit seinen unverzichtbaren vielfältigen Einrichtungen gemeinwohlorientierter Vereine und Initiativen.

Elke Breitenbach/ arbeitsmarktpolitische Sprecherin der LINKEN im Abgeordnetenhaus bedauerte die Beendigung des ÖBS durch die aktuelle Berliner SPD-CDU Koalition, denn es gibt keinen eigenständigen Berliner Finanzbeitrag zu den arbeitsmarktpolitischen Instrumenten der Bundesagentur für Arbeit mehr. Reinhard Zurgeißel von ajb (Allgemeinen Jugendberatung e.V) stellte klar, dass jedoch diese Arbeit gleichermaßen Werte schaffe, sich gesamtvolkswirtschaftlich auch noch in anderer Weise rechne und forderte wieder davon abzukommen, sich allein auf den sogenannten erste Arbeitsmarkt zu konzentrieren.

Stephan Felisiak / Geschäftsführer des Jobcenters Friedrichshain-Kreuzberg konstatierte, dass unabhängig von einem gegenwärtig zu verzeichnendem Rückgang der Arbeitslosigkeit die Zahl der Langzeitarbeitslosen gleichbleibend hoch ist und forderte intelligente Maßnahmen. Marianne Konermann vom Nachbarschaftshaus Schöneberg e.V. jedoch erläuterte, dass bei ihnen keine Mehraufwandsentschädigungsjobs mehr durchgeführt werden; sie hätten ihren Sinn verloren, was mit den Bestimmungendes Aprilgesetzes (Bundes-Gesetz zur Verbesserung der Eingliederungschancen am Arbeitsmarkt) für das Publikum nachvollziehbar war. Dagegen Talip Yuvali: die soziale Betreuung der langzeitarbeitslosen Kolleginnen und Kollegen wird fortgeführt weil diese Menschen sie brauchen, auch wenn sie durch das Jobcenter nicht mehr finanziert werden darf. Wie lange A&QUA gGmbH diesen menschenfreundlichen Ansatz finanziell wohl durchhalten wird?

Fazit des Betrachters: Im Gefolge der planmäßig erscheinenden kampagnengesteuerten Polemik gegen öffentlich finanzierte Gemeinwesen- und Sozialarbeit in Presse- und Fernsehbeiträgen und damit verbundener Stigmatisierung gerade der Strukturen („Träger"), die versuchten massenhaft vorhandene Arbeitslosigkeit mit massenhaft vorhandenen sozialen und infrastrukturellen Aufgaben zum Nutzen der in diesen Projekten („Maßnahmen") tätigen Menschen zu verbinden, ist diese Ausstellung ein Gewinn an Realismus. Daher empfiehlt sie sich vor allem für die Fachleute der Lobbyorganisationen der Wirtschaft und ihrer Gewerkschaften, denen diese Art Arbeit noch immer zu weit geht und natürlich unseren „Volksvertretern", die dieses Aprilgesetz auf den Weg brachten.

 

weiteres Video --> Musik zur Ausstellung "Arbeit ohne Wert"


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